
Älteste Geschichte
Die allererste Besiedlung erstreckte sich wahrscheinlich um die Veitskirche und in der Töpfergasse/Hrnčířská ulice, und zwar bereits in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Diese Siedlung wurde 1289 von Witiko von Frauenberg geplündert. Im Jahre 1290 verlieh Wenzel II. Bischof Tobias von Bechin das Recht auf erneute Gründung einer befestigten Stadt. Ihr Grundriss verrät, dass sie das Werk von Kolonisatoren ist, ihre Siedler waren zum größten Teil Deutsche. Im Laufe der Jahre wurden die Einwohner jedoch tschechisiert. Während der Hussitenkriege stand Pelhřímov auf seiten der Taboriten und schenkte ihnen sogar ihren geistlichen Führer: Nikolaus von Pilgram. Die günstige Lage der Stadt an der Grenze zur Herrschaft der Rosenberger und der Herren von Kunstadt spielte dann auch nach Beendigung der Unruhen im Aussöhnungsprozess der Herrschaften eine Rolle. In den Jahren 1446-1450 war Pelhřímov Tagungsort der Landtage, an denen auch Georg von Podiebrad persönlich teilnahm. Günstigen Einfluss auf die Entwicklung der Stadt hatte auch der Silberbergbau in der Umgebung von Křemešník. In der Stadt entfaltete sich eine ganze Reihe von Handwerken, darunter vor allem die Tuchmacherei, Leinenweberei, das Weberhandwerk, die Färberei, Lebzelterei und Brauerei. 1434 ging die Stadt in den Besitz der Trčka von Leipa über, die sie 1550 an Adam Říčanský von Říčan verkauften. Letzterer ließ in unmittelbarer Nähe der Stadtmauern ein Schloss errichten, in dem die Říčanský aber nicht lange residierten. Adams Sohn Karel brachte die Bewohner von Pelhřímov durch seine Eingriffe in das Recht der Bürger und durch seine ständigen Streitfälle dazu, dass sie sich 1572 aus der Untertanenschaft loskauften. Im Jahre 1596 erhob Kaiser Rudolf II. Pelhřímov zu einer königlichen Stadt. Die vielversprechende Entwicklung der Stadt wurde durch Repressionen nach dem Ständeaufstand gestoppt. Ein Großbrand, der die Stadt 1646 heimsuchte und bei dem die meisten Patrizierhäuser in Schutt und Asche fielen, vollendete den Untergang. Paradoxerweise verdankt Pelhřímov sein heutiges geschlossenes Äußeres gerade Bränden solcher Art. Eine weitere Brandkatastrophe zerstörte die Stadt 1766, und gerade dieser Katastrophe aber ist es zu verdanken, dass die Patrizierhäuser einen einheitlichen Renaissance- und Barock-Charakter haben.

Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts
Die tschechische Nationalbewegung ergriff Pelhřímov genauso wie die übrigen Städte. Es entstehen hier patriotische Vereine, die ihre Kontinuität bis heute aufrecht erhielten. 1862 wurde der Gesangsverein Záboj gegründet, 1865 der Turnverein Sokol, 1874 der Lesezirkel und 1894 der Laienspielerverein Rieger. Das Salzamt aus dem Jahre 1707 wurde in ein Volkshaus umgewandelt, das heutige Theater.
Das 19. Jahrhundert war für die Stadt eine Epoche der industriellen Entwicklung. Vor allem die Bürsten- und Strickwarenindustrie sowie der Landwirtschaftsmaschinenbau ließen sich hier nieder. Außer diesen Industriezweigen, die es größtenteils bis heute hier gibt, hat auch die Brauereiindustrie eine lange Tradition. Mit dem Bierbrauen begann man in Pelhřímov 1552, als die Stadt das Braurecht erhielt. Zunächst war die Brauerei in zwei Häusern der Rosengasse /Růžová ulice untergebracht, und zwar an der Stelle der heutigen Gewerbeschule. Ende des 16. Jahrhunderts wurde im Ringgraben hinter dem Dekanat eine neue Brauerei errichtet. Die dritte Brauerei, in der man heute Bier mit der typischen Bezeichnung „Pilger“ braut, wurde Ende des 19. Jahrhunderts an der Stätte Na Hradišti gebaut. Das hier erzeugte Bier ist eine Art Pilsener, nicht pasteurisiert, ohne chemische Zusätze und von hervorragendem Geschmack.
Das 19., vor allem aber das 20. Jahrhundert schenkte der Stadt eine ganze Reihe bedeutender Persönlichkeiten. Stellvertretend für alle seien genannt der Maler und Graveur Vojtěch Benedikt Juhn, der Bildhauer und Medailleur Josef Šejnost, der Historiker Prof. Josef Dobiáš und der unvergessliche Dekan Msgre František Bernard Vaněk. Gemeinsam mit ihnen waren im Stadtrat auch begeisterte Denkmalschützer tätig. 1901 entstand der Museumsverein und zehn Jahre später eine Filiale des Klubs für das Alte Prag. Dank ihrer Tätigkeit bewahrte sich Pelhřímov sein einzigartiges Äußeres, obwohl es mehrere bedeutende Dominanten verloren hatte, wie zum Beispiel die Fleischläden, die Synagoge in der Rosengasse oder den barocken Speicher.
Trotz dieser Verluste blieb der Stadt ein Teil ihrer Befestigungsanlagen einschließlich der mächtigen gotischen Stadttore erhalten, die zusammen mit den Patrizierhäusern, dem Schloss der Herren von Říčan, dem Theater und der Kirche die städtische Denkmalzone bilden.
Sagen von der Stadtgrűndung
Von der Gründung der Stadt gibt es gleich mehrere Sagen. Die folgende Sage ist eine von vielen, die von Generation auf Generation weitergegeben wurden. Historisch belegen lässt sich wohl nur die Tatsache, dass Pelhřím, zu deutsch Pilgrim von Wartenberg, in den Jahren 1224-1225 Bischof von Prag war.
Unsere Sage berichtet davon, dass Bischof Pilgrim, der auf seiner Romwallfahrt 1225-1226 an dem Brunnen Belka Rast machte, so sehr von der Landschaft fasziniert war, dass er hier eine Stadt gründete, der er seinen Namen gab: Pilgrim, auch Pilgrams bzw. Pelhřímov. Die Stadtbürger von Pelhřímov hielten die Erinnerung an ihn wach, indem sie seine Silhouette in das Wappen der Stadt komponierten.
Eine andere, nicht weniger bekannte Variante der Sage kennt von der Stadtgründung die folgende Geschichte:
"Einst, in längst vergangener Zeit, wurde auf einer nahe gelegenen Anhöhe eine Siedlung gegründet. Von dort gab es eine gute Aussicht – die Siedlungsbewohner wussten von jedem, der sich auf dem unweit gelegenen Handelspfad entlangbewegte. Sehr oft kam es jedoch vor, dass dort der Wind sehr unangenehm blies und man immer weiter in niedriger gelegenen Orten Baumaterial holen musste. Und auch Wasser gab es dort oben nicht genug. Eines Tages fuhren die Siedler in das Flusstal der Bělá, wo im Schatten eines Baumes ein Mann lag. „Wer bist du, Pilger?“ fragten die Siedler. „Ich bin der Bischof Pilgrim und gehe nach Rom. Wer seid und was macht ihr hier?“ antwortete der Mann. Die Siedler erzählten ihm vom Bau der Siedlung und den Schwierigkeiten, die den Bau begleiteten. Der Bischof erwiderte: „Warum baut ihr denn die Siedlung nicht gerade hier? Hier gibt es Wasser, Holz und fruchtbaren Boden.“ Viele Siedler begannen darauf, an der neuen Stelle zu bauen, im Tal. Später berieten sie darüber, wie die Stadt heißen sollte. Sie erinnerten sich an den weisen Rat des Pilgers und nannten die Stadt ihm zu Ehren Pilgrim, auch Pilgrams – Pelhřímov."